Einteilige keramische Implantate in der ästhetischen Zone

Brückenversorgung mit konsequentem Backward-Planning und hülsenloser Bohrschablone

Dr. Sigmar Schnutenhaus MSc

Der klinische Fall

Eine 56-jährige Patientin hatte im Vorfeld bereits in regio 46 ein einteiliges ceramic.implant (vitaclinical, Bad Säckingen, Deutschland) erhalten, das sie metallfrei und biokompatibel versorgte. Sie zeigte sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Einige Jahre später zeigten sich die mit einer Brücke versorgten Zähne 22 und 24 so stark parodontal geschädigt, dass sie extrahiert werden mussten. Die chronische Entzündung hatte gerade im Bereich der Pfeilerzähne zu vertikalen und horizontalen Knocheneinbrüchen geführt.

Nach eingehender Beratung entschied sich die Patientin wieder für eine festsitzende, implantatgetragene Versorgung und bestand dabei aufgrund der guten Erfahrung auf den erneuten Einsatz des einteiligen ceramic.implant. Eine massive vertikale Knochenaugmentation wollte die Patientin dabei auf jeden Fall vermeiden. Geplant wurde eine implantatgetragene Brückenkonstruktion von 22 auf 24, bei der die vollkeramischen, einteiligen Pfeiler mithilfe eines präzisen prothetischen Backward-Plannings und der hülsenlosen Bohrschablone mit reduziertem Design (2ingis S.A., Brüssel, Belgien) inseriert werden sollten, um den ästhetischen Ansprüchen der Patientin vorhersehbar gerecht werden zu können.

Die Planungsphase

Implantation mit hülsenloser Bohrschablone

Die provisorische Phase

Fazit

Das klinische Fallbeispiel zeigt, dass auch die ästhetische Zone bei entsprechender digitaler Vorplanung in den meisten Fällen mit einteiligen, vollkeramischen Implantaten vorhersagbar und mit allen Vorteilen der Einteiligkeit versorgt werden kann. Die hülsenlose Bohrschablone brachte dabei intraoperativ zahlreiche Vorteile und sorgte für wissenschaftlich fundierte Präzision. Zusammen mit den positiven, klinischen Langzeitdaten und der grundsätzlichen Biokompatibilität und Weichgewebsverträglichkeit des ceramic.implant sorgt dieses chirurgische Protokoll damit auch in anspruchsvollen klinischen Situationen für einen nachhaltigen implantologischen Erfolg.

Kontakt